Hapkido in der Neuzeit

 Es gibt zwei Persönlichkeiten, die das Hapkido zu dem gemacht haben, was es heute ist. Großmeister Choi, Yong-Sul und der Großmeister Ji, Han-Jae. Wer von diesen beiden nun der Begründer des Hapkido ist, ist auf Grund der vielfältigen und sich zum Teil auch widersprechenden Aussagen nicht eindeutig feststellbar. Sicher ist jedoch, daß beide entscheidend zur Entwicklung beigetragen haben und daher könnte man beide als die Begründer des Hapkido der Neuzeit bezeichnen.

Großmeister Choi, Yong-Sul wurde in der koreanischen Provinz Chung Buk im Jahre 1904 gebohren. Im Alter von 8 Jahren kam er nach Japan und über Umwege zu Sokaku Takeda, Oberhaupt des Daito Ryu Aikijujutsu. Choi, Yong-Sul blieb 30 Jahre dort. Nach dem Tod von Takeda ging Choi nach Korea zurück. 1951 wurde das erste Dojang eröffnet
Großmeister Ji, Han-Jae wurde 1936 in Andong, Korea geboren. 1949, im Alter von 13 Jahren, begann Ji sein Training, im Korean Yu Kwan Sool Hap Ki Dojang, unter Großmeister Choi. Ji war einer von Großmeister Choi´s Topstudenten. Ji lernte bis 1956 bei Großmeister Choi. 1958 verließ Ji Taegu und kehrte nach Andong zurück, wo er seinen eigenen Dojang mit Namen Sung Moo Kwan eröffnete. In Seoul begann Großmeister Ji damit seinen eigenen Stil zu entwickeln, indem er die bei Großmeister Choi erlernten Techniken mit den Tae Kyon Fußtritten, den Waffentechniken und den spirituellen Technik

 Viele hochrangige Hapkido Meister wanderten aus Korea aus, um Hapkido in der Welt zu verbreiten. Viele ließen sich in den Vereinigten Staaten von Amerika nieder. Die meisten der heutigen Hapkido Großmeister sind ehemalige Schüler von Großmeister Ji, auch wenn viele heute Großmeister Choi als ihren Lehrer bezeichnen.

HapKiDo entwickelte sich in den letztden 30 Jahre rasant. Viele Meister oder die, die sich dafür halten, kreierten einen eigenen Stil und gründeten ihre Vereinigung oder ihren eigenen Verband. Die Meisten leider nur um Geld zu verdienen. Die Bedeutung von Budo- oder Bushido interessiert sie nicht. Das Wohl ihrer Schüler ist ihnen egal solange sie bezahlen.


Hap Ki Do

Die Wurzeln reichen 3000 Jahre zurück in die Vergangenheit. Immer wieder von China und Japan beeinflusst, entwickelt sich über die Jahrtausende ein effektives Kampf- und Selbstverteidigungssystem.

Hap Die Harmonie, das Zusammenspiel zwischen Körper und Geist
Ki Die innere Kraftm körperliche und geistige Energie
Do Der Weg des Lebens, der (Selbst-) Erkenntnis, der Entwicklung
Der Weg ist das Ziel. Das Do wird fast in allen asiatischen Kampfstilen geführt.


Funktionsprinzipien des Hap Ki Do:
Prinzip des Kreises
Prinzip des Flusses
Prinzip der Einwirkung


Die Entwicklung der koreanischen Kampfkünste reicht mehr als 2000 Jahre zurück. Das Zusammenwirken von Körper und Geist macht Hap Ki Do's im Laufe Jahrhunderter zu einem effektiven Kampfsystem. Bis in unsere Zeit dauerte die Tradition an, dass Kampfkunst einer bestimmten Kaste vorbehalten war.
Hap Ki Do umfasst nach Aussagen von koreanischen Meistern 3000 bis 4000 Techniken mit dem Anspruch, gegen nahezu jeder Art von Angriff gewachsen zu sein. Hap Ki Do eignet sich durch die Kombination von harten und weichen Techniken und natürlichen Bewegungsabläufen besonders auch für Frauen.

Der Zweikampf ist so alt wie die Menschen selbst. Kein Wesen auf unserem Planeten widmet so viel Kraft und Energie der Kunst des Kampfes, der Vernichtung und des Tötens anderer. Seine im Laufe der Evolution erworbene Intelligenz und Fantasie stellt er Jahrtausende lang in den Dienst des Krieges. Bis zu dem heutigen Tag kann man die Fortschritte besonders im bezug auf Massenvernichtung bewundern, wobei jeder immer darauf hinweist, es sei nur zum Schutz.

Während man in Europa sehr schnell dazu überging, aus der Entfernung zu kämpfen und zu töten, blieb in Asien das Prinzip des Kampfes "Mann gegen Mann" erhalten. Große Krieger und Kämpfer errangen hohes Ansehen. Die Techniken des Hap Ki Do's und die Geschichte der Kampfkünste sind nicht zu trennen. Aus diesem Grund ein kurzer Überblick über die Entwicklung der koreanischen Kampfsysteme:

In Korea bestanden schon einige hundert Jahre v.Chr. Methoden und Systeme des unbewaffneten Nahkampfes. Leider gibt es in Korea - wie auch in vielen Teilen Asiens - keine schriftlichen Überlieferungen. Die mündliche Überlieferung ist nicht vollständig und im Laufe der Generationen wurde das eine oder andere vergessen oder hinzugedichtet.

Die Kampfkünste in Korea wurden aufgrund der geografischen Lage erheblich in Indien, China, Japan und anderen Ländern beeinflusst.

Der Sage nach soll der koreanische Herrscher, Koon Wang Kum, ca. 2000 Jahres vor Christus seine Kenntnisse der Kriegs- und Kampfkunst dazu benutzt haben, die besetzten Gebiete Hyum Doo, Jin Dun und Nan Nang, zu befreien und zu einen.

Zu dieser Zeit existierten die Kampfkünste Sado Mu Sul (Mool Sool), unbewaffneter Kampf mit Hand und Fußtechniken, Too Suk Sul (Steine schleudern) und Soo Loik Sull (Sandwerfen).


Die 3 Königreiche

Korea war geteilt in drei Königreiche:

Koguryo im Norden
Paikje im Südwesten
Sel Loi im Südosten
Jeder König hatte seine Leibgarde, die sich aus disziplinierten und in den Kampfkünsten geschulten Männern zusammensetzte.

Alle drei Reiche wurden im letzten Jahrhundert v.Chr. gegründet:

1. Paikje 18 v.Chr. , König Ondscho
In dieser Zeit war Chung Dai Bup (Abwehr mehrerer Angreifer) sehr verbreitet
2. Konguryo ca. 37 v.Chr., von Feldherr oder (General) Ko Tschumong gegründet
Er entwickelte andere Richtungen der koreanischen Kampfkunst Subak (in etwa Judo oder Ringen), Kwonbop (ähnlich dem Karate), Doo Kyung Bub (ein Kampf ohne Waffen und Regeln).
Überliefert auf Wandzeichnungen in Palästen oder (Burg Whan Do) in Grabkammern, z.B. Samsilchong
3. Sel La ca. 57 v.Chr.
Das kleinste der drei Reiche, zum Überleben der Übergriffe in den nächsten Jahrhunderten entwickelten sie Kriegs- und Kampfkünste von hohem Stellenwert. Es entstanden eine Fülle von bewaffneten und unbewaffneten Kampfkünsten, wie z.B. Subak, Bong Sul, Son Chikki Sul, Bus Chai Sul und andere mehr.


24 n.Chr., Fürstentum Kara wird von Fürst Kim Suro gegründet. Der japanische Feldherr Kena besetzte Kara und nannte es Myamoto. Es gab einen regen Kulturaustausch und man sagt, dass die Japaner von hochentwickelten Schwertherstellungsverfahren profitiert haben.

300 n.Chr. wurde im Reich Paikje eine Kampfkunstschule errichtet in der Familie des Gründer (König Bi Ryu) und sein Gefolge (Adelsklasse Jang-Ban) wurde in Kampfkunst unterrichtet, ebenso die Sun Bi (Elitekrieger). Wenig später wurde auch in Koguryo eine Schule gebaut, an der Kampf- und Kriegskunst für die herrschende Klasse gelehrt wurde.

Ab dem 4. Jahrhundert wurden die koreanischen Kampfkünste durch den im Land stärker werdenden Buddhismus beeinflusst, z.B. in China und Indonesien. Der Buddhismus kam von Norden nach Süden durch das land und hinterließ in der Kampfkunst seine Spuren. Während im Norden die Fußtechniken favorisiert wurden (Tae Kyon), hatte der Süden die Handtechniken perfektioniert.

Im 5. Jahrhundert n.Chr. verbündeten sich die beiden Reiche Paikje und Sel La gegen Koguryo. Die Sun Bi Krieger kamen an den Hof von Sel La, um dort ihr Wissen in Kampfund Kriegskunst (Kung Jung Mu Sul) zu vermitteln.

Die buddhistischen Mönche Kyomik und Kaekyon errichteten im Königreich Paikje verschiedene buddhistischen Schulen und Kampfkunstzentren, um diesen Glauben zu verbreiten. Es wurde hauptsächlich Bulkyo Mu Sul gelehrt, sodass sich im Laufe der Zeit Sado Mu Sul mit Kung Jung Mu Sul vermischte.

Da die Mönche nach ihrem Glauben nicht töten sollten, mussten sie ein System schaffen, dass ihnen ermöglichte, ihren Gegner schnell und wirksam auszuschalten, ohne ihm das Leben zu nehmen. Die Kampftechnik war sehr defensiv. Es gibt Hinweise, dass am Anfang auch die 108 Kampfkunstübungen der Shaolin gelehrt wurden zur Ertüchtigung von Körper und Geist. Bulkyo Mu sul wurde spezialisiert, Bong Sul E Pong-Sul (Stockkampf), Ju Pang E Sul (Stockfechten, Einsatz von Spazierstöcken), Mok Sul (Hebeltechniken), Chim Goo Sul Bub (Schlag- und Druck auf Nerven und Muskeln).

Ca. 550 n.Chr. wurde Paikje im Kampf gegen Koguryo von Japan unterstützt, sodass nach einem langen Krieg Koguryo erobert werden konnte.

Ebenfalls in diesem Jahrhundert wurde Hwarang (Weg der Blumenblüten) entwickelt. Die geistige Grundlage des Hwarang Do bildeten Tugenden und Grundsätze, die an den Ehrenkodex des japanischen Bushido erinnern.

Der Sage nach war der Vater des Hwarangdo der Mönch Wong Kwang Bopsa.

Das Hwarang war die Kampfkunst der höheren Gesellschaft und wurde nur an die Söhne des Adels weitergegeben. Die Inhalte waren unter anderem die Kunst des Tanzes, Kenntnis von Literatur, Wissenschaft, Musik, Bogenschießen, Waffentechnik (Stock - Schwert) und unbewaffneter Nahkampf Es wurde auch die Ki- oder Chi - Energie-Lehre verbessert. Nicht Töten im Kampf wurde in diesen Zeiten hinten angestellt. Ebenfalls im 6. Jahrhundert n.Chr. herrschte in Sel La König Chin Heun(g)?. Er führte mehrere Kriege, vereinigte die Reiche und gab dem Land den Namen Korea (Land der morgendlichen Ruhe). In dieser Zeit versuchten China und Japan - jeder für sich - immer wieder mit Überfällen, Kaikje oder Sel La zu erobern.

Im 7. Jahrhundert n.Chr. verfügte Sel La schon über Spezialeinheiten (Sulsa), die sich auf allen Gebieten auskannten (z.B. Folter, Mord, Erpressung, Spionage, Sabotage, Kriegskunst), natürlich zum Wohle der Menschen in ihrem Land.

Konguryo und Paikje überfielen Sel La (der chinesische Kaiser Kdo Tsung) mit einem großen Heer. Paikje und Koguryo wurden besiegt und Teile des Nordens wurden an China abgetreten.

Etwa 935/ 936 n.Chr. wurde eine neue Epoche eingeleitet, die ungefähr 400 Jahre andauerte. Die Kampfkünste wurden gefördert und es entwickelten sich zwei Stilrichtungen des Kwonbop-Songe (ein sehr defensives System) und das Sorim (etwa wie Chin Kungfu).

1369 n.Chr. unterwarf sich das Koryo Regime der Ming Cynastie Chinas. Neben dem Buddhismus verbreitete sich die Lehre des Konfuzius. Tschong Mongdschu und General Lee stürzten Koryo und Lee rief die Lee- (oder Yi-) Dynastie aus. Sie dauerte bis 1910. Während der Lee-Dynastie erfolgte ein Verbot, Kampfkunst zu betreiben. Schwerter und Stöcke gerieten in Vergessenheit und es entstand die Kunst, mit dem Fächer zu kämpfen (Bu Chai Sul).